Cane Corso Standard

( FCI.343 )


Ursprung: Italien

Datum der Publikation des gültige Originalstandardes:
FCI-Standard Nr343 / 12.03.1999 / D

Offizielle Anerkennung der Rasse: 21.05.2007

Verwendung: Wach-, Schutz-, Polizei-. und Fährtenhund

Klassifikation FCI: Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer, Sennenhunde.
Sektion 2.2 Molosser, Berghunde, ohne Arbeitsprüfung.

Kurzer Geschichtlicher Abriss: Der Corsohund ist ein direkter Nachkomme der römischen Molosser. Früher überall in Italien vorhanden, war er in den letzten Jahren in den angrenzenden süditalienischen Provinzen vertreten. Sein Name leitet sich vom lateinischen "cohors" ab, was "Hüter, Verteidiger von Haus und Hof" bedeutet.
Allgemeines Erscheinungsbild: Mittelgroßer bis großer Hund, rüstig, kräftig gebaut, dennoch ellegant.
Seine klaren Umrisslinien stellen seine mächtigen Muskeln plastisch dar.

Wichtige Proportion: Der Corsohund ist etwas länger als hoch. Die Länge des Kopfes erreicht 36% der Widerristhöhe.

Verhalten / Charakter / (Wesen): Wächter von Haus und Hof, der Familie und der Viehherde. In der Vergangenheit wurde er zur Bewachung der Rinderherden und auch zur Großwildjagd verwendet.

Kopf: Breiter typischer molossoider Kopf; die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang sind leicht konvergierend.

Oberkopf (Schädel): Breit, auf Höhe des Jochbogen entspricht oder übertrifft die Breite des Schädels seine Länge. Die konvexe vordere Schädelpartie wird von der Stirn zum Hinterhaupt hin bedeutend flacher. Die mittlere Stirnfurche ist zu erkennen.

Stop: Ausgeprägt.

Gesichtsschädel:
Nasenschwamm: Schwarz und geräumig mit weiten, gut geöffneten Nasenlöchern. Er ist in der Linie des Nasenrückens gelegen.

Fang: Wesendlich kürzer als der Schädel, in einem Verhältnis von ca. 1:2; er ist kräftig, qudratisch und fast ebenso breit wie lang; seine Vorderfront ist flach; die Seitenfläche des Fangs laufen parallel. Von der Seite gesehen ist der Nasenrücken gerade.

Lefzen: Die Oberlefze ist massig überhängend und bedeckt den Unterkiefer, womit die untere Begrenzungslinie des Fanges durch die Lippen gebildet wird.

Kiefer / Zähne: Kiefer sehr breit, dick, mit gebogenen Kieferästen, leichter Vorbiss, Zangengebiss zulässig, aber nicht erwünscht.

Augen: Mittelgroß, eirund, gerade nach vorn blickend, leicht vorstehend. Die Augenlider sind gut am Augapfel anliegend. Die Farbe der Iris ist je nach Farbe des Haarkleides so dunkel wie möglich. Ausdruck lebhaft und aufmerksam.

Ohren:
Dreieckig, hängend, mit einem breiten Ansatz hoch oberhalb des Jochbogen. Sie wurden oft in Form eines gleichseitigen Dreiecks kupiert.

Hals: Kräftig, bemuskelt, gleich lang wie der Kopf.

Körper: Die Länge des Körpers übertrifft leicht die Widerristhöhe. Er ist kräftig gebaut, aber nicht untersetzt.

Widerrist:
Ausgeprägt, höher gelegen als die Kruppe.

Rücken:
Geradlinig, stark bemuskelt und straff.

Lenden:
Kurz und fest.

Kruppe:
Lang und breit, sanft abfallend.

Brust:
Die Brust ist in den drei Dimensionen gut entwickelt und reicht bis zu den Ellenbogen.

Rute:
Ziemlich hoch angesetzt, an der Wurzel sehr dick. Die Rute wurde auf Höhe des vierten Schwanzwirbels kupiert. In der Bewegung wird die Rute hoch getragen, aber niemal aufrecht oder geringelt.

 

Gliedmaßen:

Vorderhand:

Schultern: Lang, schräg, stark bemuskelt.
Oberarm: Kräftig
Unterarm: Gerade, sehr kräftig.
Vorderfußwurzelgelenk und Vordermittelfuß: Elastisch
Vorderpfoten: Katzenpfoten

Hinterhand:

Oberschenkel: Lang, breit, Hinterwerts konvex.
Unterschenkel: Kräftig, nicht fleischig.
Sprunggelenk: Mäßig gewinkelt.
Hintermittelfuß: Dick und sehnig.
Hinterpfoten: Etwas weniger kompakt als die Vorderpfoten.

Gangwerk: Schritt bodenweit; trab ausgreifend; der Trab bleibt die bevorzugte Bewegungsart.

Haut: Ziemlich dick, am Unterhautbindegewebe gut anhaftend.

Haarkleid:

Haar: Kurz, glänzend, sehr dicht, mit dünner Unterwolle.

Farbe: Schwarz, bleigrau, schiefergrau, hellgrau, hell falbfarben, hirschrot, dunkel falbfarben, gestromt (Streifen auf nuancierter falbfarbener oder grauer Grundfarbe). Falbfarbene Hunde haben eine schwarze oder graue Maske, die sich auf den Fang beschränkt und nicht weiter als die Augenlinie reichen soll. Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust, an der Spitze der Pfoten und auf dem Nasenrücken ist zulässig.

Größe und Gewicht:

Widerristhöhe:
Für Rüden von 64 - 68 cm; Für Hündinnen von 60 - 64 cm; Toleranz +/- 2 cm

Gewicht:
Für Rüden 45 - 50 kg; Für Hündinnen 40 - 45 kg

 

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Schwere Fehler:

- Parallelismus oder ausgesprochene konvergenz der oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang, seitenflächen des Fangs konvergierend.
- Nasenschwamm teilweise depigmentiert.
- Scherengebiss, betonter Vorbiss.
- Aufrecht getragene oder geringelte Rute
- Beim traben beständig im Passgang
- Ober- oder Untergröße

Ausschließende Fehler:

- Divergenz der oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang
- Total depigmentierter Nasenschwamm.
- Nasenrücken eingesunken oder Rammsnase.
- Rückbiss
- Partielle oder komplette Depigmentierung der Augenlieder; Glasauge; Schielen.
- Rutenlosigkeit; Stummelrute (kupiert oder nicht)
- Haar halb lang oder ganz kurz; Haarkleid befedert.
- Alle im Standart nicht beschriebenen Farben; ausgedehnte weiße Flecken.
- Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.



Ausstellungsverbot für tierschutzwiedrig kupierte Hunde

Nach der neuen Tierschutz- Hundeverordnung gilt ab 01.Mai 2002 ein Ausstellungsverbot für folgende Hunde aus dem In- und Ausland:

1. Ohren kupuiert nach dem 01.01.1987

2. Rute kupiert nach dem 01.06.1998 (Ausnahme: Jagdliche verwendung gemäß deutschem Tierschutzgesetz)

3. Das Ausstellungsverbot gilt nicht in den Ausnahmefällen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt; eine entsprechende Bescheinigung ist der Meldung beizufügen. Stichtag für Meldungen kupierter Hunde mit medizinischer Indikation ist der offizielle Meldeschluß. Die Guachten zur medizinischen Indikation müssen zum offiziellen Meldeschluß in der VDH-Hauptgeschäftstelle in Dortmund vorliegen.

 

Geschichte der Rasse

1973
- Prof. Bonatti teilt Dr. Paolo Breber die Existenz eines Doggenartigen Hundes in Apulien mit.
 

1975
- 1.Wurf dank Dr. Breber, Mutter - Mira, Vater - Aliot (7 Welpen u.a. DAUNO und BRINA)
- auf Initiative von Prof. Bonatti wird die Rasse von der U.C.I. (eventuell: Italienischer Hundeverband
- Anmerkung der Übersetzerin) unter dem Namen Dogo di Puglia (Apulische Dogge) anerkannt,
 

1976
auch auf internationaler Ebene
 

1978
- erneuter Wurf dank Dr. Breber, Mutter - Brina, Vater - Picciut (10 Welpen u.a. TIPSI )
 

1979
- "I nostri cani" ("Unsere Hunde") veröffentlicht einen Artikel von Paolo Breber über den Cane Corso - Dr. Grandolfi nimmt zum Thema Cane Corso Kontakt mit Dr. Breber auf
 

1980
-Umzug von drei Breber-Hunden mit Tipsi, Brina und Dauno - nach Mantua zum Zwinger von F.lli Malavasi

Basir

 

1980
-Wurf mit Mutter Tipsi und Vater Dauno, zweimal - (18 Welpen u.a. Alke, Aliot Basir, Bulan, Babak, Berzerillo) Basir
 

1983
-im Oktober wird die S.A.C.C. ( Societa Amatori Cane Corso ) gegründet, zu den Gründungsmitgliedern gehören Gandolfi, Breber; Sereni und Casolino
 

1984
-in Catenaso (BO) werden etwa zehn Cane Corso inoffiziell von den Richtern Morsiani, Perricone und Bonetti überprüft.
 

1985
- in Mantua offizieller Kontakt mit ENCI (italienischer Hundezüchterverband ) die Richter Barbati, Mentasti, Morsiani, Quadri, Perricone, Vandoni und Ventura nehmen an einem Treffen teil ,vorgestellt werden ca. 20 Hunde
 

1986/87
-Es werden in das Zuchtbuch der S.A.C.C. mehr als zwanzig neue Hunde von gut 11 verschiedenen Blutlinien eingetragen, bzw. vermutet man es ( aus Dokumenten der S.A.C.C ersichtlich ).
- Dr. Morsiani prüft und vermißt so viele Exemplare wie möglich, um ein Standard zu erstellen.
 

1987
-Der Anerkennungsausschuß und der Leitungsrat von ENCI bestätigen das Standard
- Projekt der S.A.C.C.

 

1988
-ENCI entscheidet, im Rahmen von drei Ausstellungen (Mailand, Florenz, Bari) ca. fünfzig Cane Corso einem experimentellen Bewertungsverfahren zu unterziehen. Richter sind Vandoni, Perricone, Morsiani.
-ENCI richtet ein offenes Buch ein, in das Hunde, die dem Standard entsprechen, eingetragen werden.
 

Das Procedere sieht vor:
a) Eintragung von Hunden, die das Typen
- Zertifikat erhalten haben, das von 2 Richtern ausgestellt worden ist, die von ENCI im Rahmen einer Ausstellung oder eines offiziellen Treffens vergeben worden sind
 

b) amtliche Eintragung von Welpen, die aus der Verpaarung von zwei zertifizierten Hunden hervorgegangen sind.
 

c) Letzte Beurteilung für Hunde laut Punkt B, ob bei Vollendung des ersten Lebensjahres die Eigenschaften der Typisierung der Eltern der Einschreibung entsprechend erhalten geblieben sind.
 

Teil C des Programms ist nie angewandt worden.
 

1989
-Treffen zum Offenen Buch in Mantua und Foggia, Kommission besteht aus Barbati, Dagra und Quadri, Richter Morsiani und Perricone, ca. 70 eingetragene Hunde werden besprochen.
 

1990
- Treffen zum Offenen Buch in Mantua und Ostuni (Brindisi) , weitere ca. 70 Corsi werden eingetragen
 

- am 16./17. Juni bestätigt die 1. Nationaltagung in Civitella Alfadena die Eintagungen dieses Treffens. Veröffentlicht wird von der Orsa srl:
 

- Vito Indiveri, Züchter, auf S. 30: ".... ich bin in der Lage zu bestätigen, daß der gemeinsame Punkt für alle zu dieser Rasse gehörenden Hunde in der leichten Konvergenz und in der geringen Prognathie besteht".
 

- Scimon Goldman, Tierarzt, S. 67: "Die Vermessungen wurden in Mailand, Florenz und Bari durchgeführt, von den Richtern Morsiani, Perricone und Vandoni. Außerdem sind weitere Hunde, sowohl private als auch Zuchthunde, vermessen worden. Es wurden ausschließlich Daten von Hunden, die über 1,5 Jahre alt sind, in Betracht gezogen (d. h., nach vollständigem Skelettaufbau)Ê in das Offene Buch ENCI eingetragen, insgesamt 24 Hunde ; 13 männliche und 11 weibliche. Ich möchte hinzufügen, daß auch der Autor des Vorschlags (des Standards) aktiv zu einer solchen Untersuchung beigetragen hat ." S. 69: Die Mehrheit der Kennziffern, Bezüge und Erkenntnisse stimmt mit den von Dr. Morsiani erfaßten überein. Dennoch sind einige, auch beträchtliche, Unterschiede in den folgenden Parametern aufgetreten..... Auslassung....
 

- Die Höhe des mittleren Widerist sowohl bei Männchen als auch bei Weibchen ist höher als die maximale, die vom provisorischen Standard erlaubt ist.
 

- Die Gesichtsschädelachsen sind bei vielen Tieren parallel, nicht konvergent, wie im Standard angegeben; eine leichte Konvergenz wurde nur bei einigen Hunden festgestellt.
 

- Etwa die Hälfte der untersuchten Hunde hat Zangenzahnverschluß, nur jene, die Prognathie haben, weisen umgekehrten Scherenverschluß auf. "
 

- Umberto Leone, Züchter, S. 79: " Der Cane Corso muß zwar einen großen Kopf und langen Hals haben, aber die Schnauze darf nicht zu platt und nicht zu prognathisch sein, sonst entspricht er nicht dem Typ.. Das Fell ist kurz und grob; er hat nicht das feine Fell und die dünne Haut des Boxers".
 

- Tomasso Ruggieri, Züchter, S. 103 " Ich fordere die Entscheidungsträger auf, alles im Interesse aller noch einmal durchzusehen oder zumindest einen großen Teil der Besitzer von Corsi älteren Datums. Man kann sich nicht nur an das halten, was von einigen vorgeschlagen worden ist, wenn man keine unumkehrbaren Schäden verursachen will. Zum Beispiel akzeptiert dieser Standard die Prognathie, die meiner Meinung nach nie beim Cane Corso existiert hat, sondern die sich in den letzten Jahren herausgebildet hat; wahrscheinlich Ergebnis von Kreuzungen, wie ich es auch bei einigen neuen Züchtern feststellen konnte, die zur Verbesserung der Rasse Corsi mit Boxern oder anderen Hunden gedeckt haben. Dieses System führt sofort zu Ergebnissen, die denen, die wir suchen, sehr ähneln, bringt aber keine typischen Cane Corso hervor. Die Prognathie müßte meiner Meinung nach jedenfalls sehr gering sein...."
 

- Fernando Casolino, Leiter der SACC , S. 11: " Ich erinnere und bezeuge: Die Cane Corso, die ich kenne, waren immer leicht prognathisch und hatten konvergierende Gesichtsschädelachsen."
 

- Vorstellung der Rasse im Rahmen der Europäischen Ausstellung in Verona: Zu diesem Anlaß verteilte die SACC eine Schrift mit dem Titel: "CANE CORSOÊ Zusammenfassung der morphologischen Eigenschaften". In dieser Schrift wurde eigenmächtig eine Änderung zum offiziellen Standard vorgenommen, auf S. 1 ist bei der Beschreibung der Schnauze (Schlußteil) zu lesen: "Gebiß leicht prognathisch (toleriert Zange und Schere)

. Diese Inhaltsangabe (Anlage 2.1) wird nochmals vorgeschlagen in einigen Monographien über die Rasse, die in der Fachpresse Cani di razza (Rassehunde) und Olympia im Dezember 1994 (Anl. 2.2) erschienen sind, ebenso in "Work dogs" im März 1995 (Anl. 2.3), was nicht wenig Verwirrung stiftete.
 

1991/92
- Zusammenkünfte zum Offenen Buch in Morciano di Romagna und Empoli. Es wird der ENCI (Ente Nazionale dei Cani d'Italia ? - Nationalamt der Hunde Italiens ?
 

- Vermutung der Übersetzerin) vorgestellt; Antrag zur offiziellen Anerkennung der Rasse.
 

1993
- Vom Verlagshaus De Vecchi editore wird das Buch "Il Cane Corso" herausgegeben. Autoren sind der Vizepräsident der SACC, Giuseppe Chiecchi, und der spätere Vizepräsident Giorgio Gualtieri, auf S. 42 schreibt das Standardwerk zum Kiefer: ".... Die Schneidezähne des Unterkiefers überragen die entsprechenden des Oberkiefers nur um 0,5 cm" (Anlage 2.4). Einige Seiten zuvor, S. 34, Abschnitt " Die Zähne und das Alter des Hundes" ist zu lesen: " beim Cane Corso ist die Prognathie eine toleriertes Merkmal...." (Anl. 2.5) Diese Bestätigungen haben viel Verwirrung gestiftet, weil das fragliche Buch zu einer auflagenstarken Serie gehört und vier Jahre lang das einzige über die Rasse war.
 

1994
-20. Januar- Anerkennung der Rasse. Die SACC teilt den Mitgliedern mit, das Einschreibungszertifikat des Offenen Buchs an ENCI zu senden, um es durch das LIR-Zertifikat zu ersetzen. Auf diese Weise werden die Hunde unter Punkt 2 in das LIR eingetragen, die nach dem ersten Lebensjahr noch einmal untersucht werden sollten.
 

- Mit der Anerkennung ermächtigt ENCI automatisch (ohne Prüfung) eine beachtliche Anzahl Richter (Allrounder und ermächtigt für die Gruppe 2). Dieses Vorgehen erweist sich als sträflich für die Rasse, da keiner dieser Zuchtrichter Züchter ist. Es ist hervorzuheben, daß sich nur einige mit Studien der Rasse und ihrem Standard beschäftigt haben. Sinnbildlich, was während der Internationalen Ausstellung in Genua im November 1997 vorgefallen ist (nach fast vier Jahren der Anerkennung), als ein ermächtigter Allround-Richter bei einem männlichen Corso eine übermäßige Prognathie als Defekt einstufte. Der fragliche Hund heißt Lothar (Eigentümer RA Riccardo Dellipiane aus Genua), hat eine Prognathie von 4 mm, des im Rassestandard festgelegten Wertes.
 

- im Sommer, im Laufe der National-Ausstellung in Pisa, weigert sich Richter Antonio Di Lorenzo die Corsi zu bewerten und bezeichnet sie als "diese Bastarde"
 

1995
-Die SACC führt eine nationale Meisterschaft ohne jede offizielle Bedeutung durch. Ihr Ziel besteht darin, die Teilnahme von Corsi zu fördern, sie in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und den Richtern zu ermöglichen, sich "ein Bild zu machen". Diese Veranstaltung ist gekoppelt mit einer massiven Werbekampagne mit Mitteilungen in der gesamten Fachpresse über die Ergebnisse der genannten Meisterschaft, außerdem werden die am Kauf von Welpen Interessierten wärmstens darauf hingewiesen, die Ergebnisse dieser Meisterschaft zu verfolgen. Der Wert dieser Veranstaltung kann wie folgt zusammengefaßt werden: Die männlichen Hunde Griso del Murgese und David, die sich auf den ersten beiden Rängen der freien Klassifizierung platziert haben und immerhin Sieger von nationalen und internationalen Ausstellungen sind, die an die SACC-Meisterschaften gekoppelt sind, haben den Titel bei der italienischen Meisterschaft nicht errungen.
 

1996
- Am 02.05.96 erkennt ENCI die SACC als spezialisierten Rassehundeclub an.
 

- In den Pressemitteilungen über die Ergebnisse der Meisterschaft werden klassifizierte Hunden als Zuchthunde, die sich von den anderen unterscheiden, anerkannt und damit in das Verzeichnis eingetragen. Der zu dieser Zeit amtierende Vorstand der SACC Renzo Carosio schickt dazu ein Telegramm.
 

- Es erfolgt ein Boykott der Meisterklasse (zu der hauptsächlich unbedeutende Hunde gehören), ihre Ergebnisse werden nicht mehr erwähnt. Auch diese Tatsache wird gegenüber der SACC beanstandet und ist Anlaß zu einer verspäteten Richtigstellung in der Presse.
 

- In Arese erfolgt am 22. Mai die Vorstellung der Rasse auf höchster Ebene der F.C.I.
 

- im Oktober Ausschluß des Vorstands Renzo Carosio aus der ENCI aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei der Leitung und Verwaltung der Spezialvereinigung SACC
 

- November: offizielle internationale Anerkennung der Rasse
 

- Es wird für den Cane Corso das CAL 1 eingerichtet. Die Meistertitel können errungen werden von Hunden, die im Besitz des CAL 1 sind, die die Untersuchung der Hüftdisplacie bestanden haben (A, B, C)
 

- Das Verlagshaus Mursia veröffentlicht das Buch "Der Cane Corso - Ursprünge und Perspektiven der italischen Dogge", Autoren sind der Präsident der SACC, Dr. Stefano Gandolfi und Prof. Fernando Casolino. Im genannten Buch ist im Kommentar zum Standard (zu dem den Autoren zufolge auch Dr. Morsiani beigetragen hat) auf S. 98 zu lesen: " Das Maß von 5 mm Vorbiß ist ein optimaler Durchschnittswert. Der Zangenverschluß, die oberen Schneidezähne stellen sich über die unteren Schneidezähne oder ein Überstehen von max.10 mm der Schneidezähne des Unterkiefers über die des Oberkiefers werden toleriert." (Anl. 2.6). Im selben Buch auf S. 137, Kapitel Einführung in die Dressur ist zu lesen: "Ê Es ist ein Wachhund, der mit seinem dumpfen Bellen auf sich aufmerksam macht, sich aber nicht zeigt. Er wartet darauf, daß der Eindringling die Grenzen des Eigentums überschreitet, um ihn überraschend zu fassen, indem er plötzlich neben ihm auftaucht und unerwartet, wie ein Schatten in der Nacht, Unannehmlichkeiten bereitet." (Anl. 2.7.) Dieses Buch ist von der SACC allen Richtern der Gruppe 2 zur Begutachtung geschickt worden.
 

1997
- Mit der Anerkennung als Spezialgesellschaft organisiert die SACC das erste Hundezüchtertreffen, bei der sie sich der Rasse, "zuwendet". Die Boxer-Corsi erzielen die besten Ergebnisse. Es ist eine gravierende Wandlung in der Zuchtrichtung und der Rassenselektion, die schon in den Vorjahren zutage trat.

- Februar: Die SACCorganisiert ein züchterisch - wissenschaftliches Seminar in Bagnara Romagna in der Stiftung Morsiani. Redner waren die Richter Vandoni, Bonetti, Giorgio, Imbimbo, denen sich drei interessierte Mitglieder der Abteilung Dressur angeschlossen haben, die bei diesem Treffen die größte Bedeutung hatte. In diesem Kontext wird auf die übereinstimmenden und inhaltlich einvernehmlichen Vorträge zu den behandelten Problemstellungen Standard, Selektion und Genetik verwiesen. Einige Beobachtungen der Vortragenden: Dr. Vandoni:" Die Statur (Gestalt) tendiert dazu, uns nach oben zu entgleiten", "der Verlauf der Kopfachsen, die in unserem Fall gut sichtbar konvergent sein müssen...". Oft angetroffen... übermäßige Hypertrophie der Kaumuskeln: Die übermäßige Hervorhebung des Scherenverschlusses oder des Zangenverschlusses scheint mir übertrieben. Ich sage, daß ich angesichts gefälliger quadratischer Formen der Schnauze und korrekten Verlaufs der Achsen aus Vernunftsgründen einen nicht perfekten Verschluß nicht bestrafen kann." Dr. Benetti: " Durchgehende Prognathie von ca. 0,5 cm ist eine Typeigenschaft, die aber diese Grenze nicht überschreiten darf:"

1998
- Es wird die AICC , Associazione Italiana Cane Corso, gegründet. Die SACC setzt durch Organisation von Wettkämpfen und Hundeliebhabertreffen die nat. Meisterschaften fort. Im Juni 1998 organisiert die AICC in Rom ihr erstes Treffen mit 103 Corsi, eingetragener Rekord für die Rasse. Die SACC ist Gegenstand von Inspektionen, ENCI ernennt einen Kommissar. Die AICC entsendet im Rahmen der Zusammenarbeit mit der CCCN, Cane Corso Club Nederland, eine Delegation, bestehend aus 2 Vizepräsidenten, zum Jahrestreffen nach Utrecht, das von ihnen beurteilt wird.

1999
- Im Juni organisiert die AICC einen Runden Tisch zum Thema Hüftgelenskdisplacie, eine Foto-Ausstellung und ein Rasse-Treffen in Rom mit 76 Einschreibungen.- Im Juli wird der SACC die Anerkennung als Spezial-Rassegesellschaft entzogen.
 

- Die AICC nimmt die Beziehungen der Zusammenarbeit mit der bedeutendsten Vereinigung der Vereinigten Staaten von Amerika, der ICCF - International Cane Corso Federation auf. Zu den diskutierten Problemen gehört die Unterschiedlichkeit beider Standards. Der Präsident der ICCF erklärt in einem Schreiben; wenn die SACC der offizielle Club des Cane Corso bleiben sollte, wird er weiterhin seinen eigenen Weg gehen. (Anh. 2.8)
 

- im August bittet der CCCN den Vizepräsidenten der AICC, Renzo Carosio, das Jahrestreffen zu beurteilen.Ê Die Beurteilungen werde einem großen Publikum vorgestellt, das Treffen findet hat auch in der Tagespresse Resonanz. (Utrechts Nieuwsblad).
 

- Im Oktober fand ein Seminar der AICC in Pisa statt. Thema: Die Genetik in der Selektion der Rasse - Referent Dr. Massimo Croce und Elemente der Vererbung - Referent Richter der ENCI Paolo Bastanini.
 

2000
- im Februar erklärt ENCI die Kollektivmitgliedschaft der SACC in der ENCI ebenfalls für aufgehoben
 

- im März modifiziert ICCF nach den Kontakten mit AICC den Rassestandard und nähert ihn dem der FCI an (beide Typen sind kompatibel).
 

- im Juni begibt sich eine Delegation der AICC nach Washington, auf Einladung der ICCF und anläßlich des Cherry Blosson, die wichtigste Veranstaltung der ARBA - America Rare Breed Association. Während des Galabanketts wird dem Präsidenten der AICC, Renzo Carosino, ein Anerkennungsdokument für sein Wirken zugunsten der Rasse überreicht.
 

- während der Weltaustellung im Juni in Mailand verstoßen Vertreter der SACC gegen alle geltenden Regeln und nehmen eine Prämierung im Ring der Corsi während der Weltausstellung in Mailand vor.
 

- im Juli fordert ENCI eine Aktualisierung der von der AICC vorgestellten Dokumentation zur Erstellung des Anerkennungsantrags und teilt mit, daß der Leitungsrat zu der Festlegung gelangt ist, die AICC als Kollektivmitglied anzuerkennen.
 

- im August wird der Präsident der AICC das dritte Mal in Folge gebeten, das von CCCN organisierte Jahrestreffen in Holland zu besuchen (einziger Rasseclub im Rahmen der F.C.I.)
 

- im September fördert die AICC ein Treffen zwischen dem Präsidenten der ICCF; Mr. M. Ertaskiran, und dem Leiter von ENCI, Herrn G. Giani, im Laufe des offiziellen Besuchs der Delegation der ICCF in Italien, zum Thema: Situation des Cane Corso in Amerika und die Probleme der Zertifizierung der Corsi, die in jenem Land geboren sind. (allgemeines Problem weiterer italienischer Rassen). Die englische Zeitschrift "Our dogs" veröffentlicht die Forschung der AICC über die Corsi in Medioevo in Sabina.
- Die AICC teilt mit, daß sie über eine eigene zweisprachige Website im Internet verfügt. www.canecorsoitaliano.com
 

- im Oktober Treffen der AICC in Pisa. Während der Veranstaltung werden etwa zehn Corsi (keine ausgewählten) einer Untersuchung des Typs TAN-Test natürliche Anlagen - unterzogen, um die Neigung der Tiere zur Arbeit mit dem Vieh festzustellen. Die Ergebnisse sind den Erwartungen gegenüber ermutigend. Am Treffen nehmen teil der Präsident des CCCN Eric De Vries und der Präsident der ICCF Michael Ertaskiran.
 

- im Oktober wird der Präsident der AICC, Renzo Carosio, gebeten, die Ausstellung ARBA in New Jersey zu beurteilen. Er ist Referent eines Seminars über die Rasse, an dem die amerikanischen Top Breeder, ein Dutzend Richter der ARBA und der Direktor des America Kennel Club (A.K.C.) teilnehmen.
 

- Die ENCI - Zeitschrift "I nostri cani" veröffentlicht einen Artikel über die Forschung der AICC in Montopoli di Sabina.
 

- im November organisiert ENCI ein Treffen zur Rasse des Cane Corso. Bei dieser Gelegenheit stellt die SACC ihr neues Zuchtprogramm vor.
 

- Die AICC teilt die Vervollständigung des Studiums der Rasse mit, daß vom Präsidenten durchgeführt worden ist. Es enthält einen umfangreichen Bericht über die Rasse mit Vorschlägen zur Revision des Standards und ein zootechnisches Programm zur Zucht und Selektion.
 

Der Leser dieser Seite wird sich sicherlich die Frage stellen, wo steht die Cane Corso Zucht 2001. Die Ausführungen von Renzo Carosio sprechen eine deutliche Sprache.
 

Die kommerzielle Vermarktung der Rasse in Italien hat den Gedanken an eine planmäßige Zucht in den Hintergrund treten lassen. Es entstanden viele große "Zuchtanlagen" mit unzähligen Hunden. Lasche Zuchtbestimmungen ermöglichten die Zucht mit fast jedem Cane Corso. So war es nur eine Frage der Zeit, bis man mit diesen Konzept scheitert.
 

Mit der Gründung der AICC hat man die Unstimmigkeiten im SACC beendet.
 

Eine Neuausrichtung im Club und Zuchtgeschehen wird der Cane Corso Zucht hoffentlich neue Impulse verleihen. Betrachtet man sich den Cane Corso in Deutschland und den Nachbarländern findet man den italienischen Cane Corso wieder. Wenigen Spitzenhunden steht eine Vielzahl mittelmäßiger Hunde gegenüber. Die Probleme liegen dabei in Abweichungen vom Rassestandart oder in gesundheitlichen Defiziten. Dazu kommen ab und zu noch erworbene Wesensmängel bei Welpen aus Zuchten mit vielen Hunden, auf Grund fehlender Prägung.
 

Das soll aber nicht bedeuten, daß es nicht auch das Gegenteil gibt. Ein standartgerechter, gesunder und wesensstarker Cane Corso ist eine Freude für den Besitzer und eine Augenweite für den Betrachter.
Solche Hunde zu züchten ist eine Aufgabe für die nächsten Jahre.
Durch den Erfahrungsaustausch mit Zuchtfreunden aus dem Ausland sind Fortschritte in der Zucht zu erwarten. Besonders erwähnen möchte ich Frau Bajerova und Herrn de Vries, die Vorsitzenden vom Tschechischen und Holländischen Cane Corso Club, die sich sehr um die Rasse bemühen.

 

Majosháza Réme Kennel - 2339 Majosháza - Kossuth Lajos u. 65. - Tel.: +36-24-476-069, +36-20-447-07-14, +36-20-217-00-26 - E-mail: info@majoshazareme.hu

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